Visioning Future Metropolis: Learning from Chicago?

Dezember 2011

Unter diesem Titel lud das Fachgebiet Stadtplanung und Regionalentwicklung der HCU Hamburg am 1. Dezember 2011 zum zweitenmal ins Hamburg Amerikazentrum ein um über die Stadt- und Regionalentwicklung in Chicago und Hamburg zu diskutieren. Während auf der ersten Konferenz 2009 noch die historischen Entwicklungen der letzten 100 Jahre im Fokus standen, wurden diese diesmal nur kurz einführend von Tobias Preising (HCU) zusammengefasst.

Darauf aufbauend schilderte Prof. Joe Schwieterman (Chaddick Institute for Metropolitan Development, Foto), der eigens aus Chicago angereist war anschaulich und lebendig die aktuellen Prozesse der regionalen Entwicklung in Chicago (unter anderem den „People‘s Plan“ Chicago GoTo 2040) und deren Bedeutung für die dortige Stadtregion. Im Anschluss daran stellte Dr. Barbara Schönig (Frankfurt) die Frage nach der Rolle und dem Einfluss privatwirtschaftlicher Non-Profit-Organisationen in der Stadt- und Regionalentwicklung. Barbara Schönig hatte zu diesem Thema an den Beispielen Chicago und New York promoviert und stellte die Ergebnisse ihrer Arbeit (B. Schönig 2011: Pragmatische Visionäre, campus wissenschaft) vor. Der Geschäftsführer der Metropolregion Hamburg, Jakob Richter, spiegelte die Entwicklungen in Chicago schließlich auf die Hamburger Verhältnisse und erläuterte, aus welchen Gründen sich große, strategische Pläne derzeit in der MRH nur schwer vorstellen lassen.

Die anschließende Diskussion, vertiefte dieses Thema in vielen, konstruktiven und reflektierten Redebeiträgen. Es wurde festgestellt, dass einerseits große Unterschiede in den (Planungs-)Kulturen der beiden Städte Hamburg und Chicago bestehen aber andererseits auch die Rollen von Non-Profit-Organisationen und „großen Plänen“ durchaus kritisch zu betrachten sind. Letztlich stellte sich auch die Frage, wie Metropolen und Metropolregionen mit dem Spagat zwischen individueller Profilierung einerseits und dem Ausbau internationaler, möglicherweise uniformer Wettbewerbsfähigkeit umgehen sollten. Dennoch waren sich die Anwesenden einig, dass Hamburg und Chicago durchaus voneinander lernen können – unter Beachtung der kulturellen Unterschiede. Insofern bildete die Konferenz am 1.12.2011 einen weiteren, interessanten Baustein der Städtepartnerschaft Hamburg-Chicago und hoffentlich einen fruchtvollen Beitrag für eine sich immer weiter vertiefenden Kooperation der HafenCity Universität Hamburg mit dem Chaddick Institute for Metropolitan Development in Chicago.

Die Organisatioren der Tagung möchten dem Gastgeber Amerikazentrum, allen Unterstützern der Tagung – vom amerikanischen Generalkonsulat in Hamburg bis hin zu den Fachverbänden IfR und SRL – und natürlich allen Teilnehmern für ihren Beitrag zu „Visioning Future Metropolis: Learning from Chicago. Lesson 2“ danken. Wir freuen uns jetzt schon auf Lesson 3!

Jörg Knieling, Tobias Preising

Weitere Information und Download der Tagungsbeiträge:
www.hcu-hamburg.de/chicago